Barrique bringt neben Aroma- und Geschmackskomponenten auch Gerbstoffe mit sich, die ersteinmal, je nachdem wie intensiv sie sind, abgebaut werden müssen. Dass eine Gran Reserva aus Spanien erst nach frühestens 5 Jahren verkauft und somit in den Handel kommt, liegt daran, dass der Wein zuvor auch gar nicht trinkbar, d.h. zu genießen ist.
Barrique verteuert die Produktion auf jeden Fall, da die Fässer mit deren limitierten Fassungsvermögen von 225l (max. 350l in einigen Ländern) einen Batzen Geld kosten (zw. 800€ und 1500€ je Fass). Daher sind i.d.R.auch nur hochwertigere Weine im Barrique ausgebaut.
Da es heute ja (nur noch) um den Geschmack im Wein ankommt, werden Alternativen gesucht und angewandt, z.B. "chippen", Spähne.
Beim Chippen kommen Holzchips die zuvor wie das Eichenfass getoastet worden sind zum Wein in das Stahlfass. Diese Methode ist wesentlich ökonomischer, da weniger Holz gebraucht und größere Tanks verwendet werden können. Z.Z. laufen noch Versuchsreihen in Geisenheim (Hochschule für Weinbau), ob die Weine, dann auch so haltbar sind, wie echte Barriqueweine.
Allerdings ist diese Methode zwar im Ausland vor allem in Australien und USA längst angewandte Praxis, in Deutschland jedoch noch nicht erlaubt. Diese Weine dürfen hier dann auch nicht die Bezeichnung »Barrique« tragen.
Holzspähne anstelle von Chips, darf hier z.Z. gar nicht verwandt werden.
Um noch einmal kurz auf einen weiteren Unterschied zu kommen: Rotweine im Stahltank ausgebaut haben sehr viel mehr die "Fruchtnoten" betont, während bei Weine aus dem Barrique mehr die "Holznoten" (Vanillie, Schokolade, Tabak, Rauch)im Vordergrund stehen.
Letztlich ist das Geschmackssache und es gibt hervorragende Rotweine, die nicht im Barrique ausgebaut worden sind, wenngleich Barrique mehr "en voge" ist.