Nach dem Auspressen der Weintrauben werden die Kerne durch ein aufwendiges Verfahren gereinigt und gepresst. Das so gewonnene Öl hat neben einem wunderbaren Geschmack auch viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit und gilt seit Jahrtausenden als Spezialität.
Verfeinern Sie mit Traubenkernöl Ihre edelsten Speisen - das fruchtige Aroma und der unvergleichliche Geschmack sorgen für perfekten Genuß.
- Lagerfähigkeit
Kaltgepresstes Traubenkernöl ist auf Grund seiner Zusammensetzung ein sehr lange haltbares Öl. Manche Quellen geben eine Mindeshaltbarkeit von 3 Jahren an. Das Weingut Fink empfiehlt einen Verbrauch innerhalb von 18 Monaten nach Pressung - geöffente Flaschen sollten innerhalb von 2 - 3 Monaten verbraucht werden
- Farbe und Geschmack
Kaltgepresstes Traubenkernöl weist eine grün-goldene Farbe mit duklen Schattierungen auf - optisch ist es daher auch leicht mit hochwertigem kaltgepresstem Olivenöl zu verwechseln.
Der Geruch ist traubig-nussig und erinnert an Trester, Banannen und reifen Weintrauben.
Traubenkernöl von Günter Fink.
VON GERHARD HOFER (Die Presse) 10.07.2006
Wertvollstes Öl aus dem Kern der Traube
Ehrlich gesagt: Mir war viel zu heiß, um Wein zu trinken. Hietzinger Bad, viel Sodawasser, Sonnenbrand, Salat.
Apropos Salat: Den hab ich einmal nicht wie üblich mit Bertold Salomons sensationellem australischen Olivenöl angemacht, sondern mit Traubenkernöl von Günter Fink aus Wallern im Burgenland.
Zuerst hab ich aber Fink angerufen. "Wie kommt man auf die Idee, aus Weintraubenkernen Öl zu gewinnen", habe ich ihn gefragt.
"Ich war früher Geschäftsführer einer Winzergenossenschaft", erzählt der Winzer, Essig- und Traubenkernöl-Produzent. Damals hat er aus seinem Büro auf den riesigen Berg an gepresster Trauben geblickt. "Bei fünf Millionen Kilogramm Trauben, die wir verarbeitet haben, da bleibt schon ein riesiger Berg Abfall zurück", erinnert er sich. In der Weinbauschule Klosterneuburg hatte er gelernt, dass man aus Traubenkernen Öl herstellen kann. Der Aufwand sei zu groß, die Sache unrentabel, hieß es. Als Günter Fink im Jahr 2000 den elterlichen Weinbaubetrieb übernahm, machte er sich trotzdem die Mühe. Er siebte aus den Traubenrückständen die Kerne heraus, trocknete sie und fuhr mit 400 Kilogramm Traubenkerne in eine Öl-Mühle.
"Mit sieben Liter Öl bin ich nach Hause gekommen", erzählt er. "Ich habe gedacht: Okay. Teurer Spaß. Abkaufen wird mir das Zeug ohnehin keiner. Werde ich es halt an meine Stammkunden verschenken."
Irrtum: Das Zeug ging bei den Messen weg wie nix. Und das, obwohl der Preis aufgrund des Aufwands dementsprechend hoch ist. Doch das Öl schmeckt einfach herrlich, etwas nussig, ein wenig säuerlich. "Außerdem gibt es kaum ein kaltgepresstes Öl, das man so stark erhitzen kann", betont Fink. Seine Mutter schwöre auf Palatschinken, die sie im Traubenöl bäckt. Luxus-Palatschinken zwar, aber bitte. Aber in kleinen Dosen auf Carpaccio, oder Tomate-Mozzarella, oder zum Parmesan, "oder einfach in eine Schüssel mit Weißbrot zum Wein", wie Fink sagt. Sensationell.
Noch etwas hat Günter Fink gesagt: "Das Kernöl eignet sich großartig für die Hautpflege." Ehrlich gesagt: Daran hab ich auch gedacht, als ich meinen sensationellen Sonnenbrand im Spiegel bewunderte. Aber dafür war mir das Öl dann doch zu schade.
Ich setzte auf mein altbewährtes, billiges Hausmittel: Leise vor sich hin jammern.
Beschreibung: hellgrüne Farbe, fein nussiger Geschmack, etwas säuerlich; Übers Carpaccio vom Rind, zu Salaten und Hartkäse;
Gesamteindruck: [*][*][*][*][*]